Hier kommt Monti

Gleich im neuen Jahr kam ein Anruf aus Kaiserslautern. Von Frau Sickbert hatte sie meine Telefonnummer und sie hatte einen sehr kranken Jungen Basset auf ihren Füßen liegen, der in zwei Stunden einen Termin zum einschläfern hat. Aber keiner will den Jungen wegbringen.

Also ab ins Auto und zum Tierheim. Ein Blick ins Büro und da kam er schon um die Ecke: elf Monate, 14 Kilo, eingefallene Rippen und Husten, der von einem zu großen Herz kommen soll. Die Leute vom Tierheim sind froh, dass ich da bin. Wenn es keinen Sinn hat, soll ich ihn nicht leiden lassen. Ohne Schreibkram und mit ganz vielen lieben Worten und Wünschen ab ins Auto, mit einer Tüte Leckerbissen, drei Herztabletten und allem, was er gerne hat. Zuhause gleich beim Arzt, der ihn behandelt hat, angerufen aber keine Auskunft erhalten. Der Hund wäre todkrank, was wir mit ihm wollen?!

Wieder ins Auto und zu meinem Tierarzt, der meint, wenn er frißt, hat er eine Chance. Ich solle nicht mein Herz an den Kleinen hängen. Wie soll das denn gehen? Wir lassen ihn mit unserer Meute im Wald herumtoben. Er spielt, wie ein ganz normaler Hund, ein wenig zu dünn und ein wenig Husten. Das Fressen schmeckt jeden Tag besser, Gott sei Dank, er frisst. Hoffentlich nimmt er auch zu. Der Husten wird auch immer weniger. Monti war schon einmal vermittelt, für eine Woche, bei einer Familie, die sich in ihn total verliebt hatte. Aber der Junge hat nichts gefressen und immer gehustet, er sah nicht gut aus und der Arzt gab ihm nicht mehr lange. Sie hatten erst einen Hund verloren und das tat noch sehr weh, also brachten sie ihn zurück ins Tierheim.

Eine Woche bei uns und er nahm zwei Kilo zu. Lucky, der sonst jeden vom Fressen wegjagt, ließ ihn großzügig gewähren. Eine Frau aus dem Tierheim kam nach der ersten Woche mit den Papieren. Wenn ich eine liebe Familie weis, darf ich ihn weiter vermitteln. Gesagt, getan. Heute lebt er mit Eljot im Saarland. Ein Dicker ist er immer noch nicht. Er hat jetzt 24 Kilo und viel Lebensfreude. Von den Dummheiten ganz zu schweigen!

Was lernen wir aus der Geschichte?
Totgesagte leben! länger